Endlich ist es soweit! Die 40. Schwangerschaftswoche (SSW) und somit die letzte Schwangerschaftswoche (SSW) hast du endlich erreicht. Nun kann es wirklich jeden Augenblick losgehen! 40 SSW (Schwangerschaftswoche)

Die 40. Schwangerschaftswoche

Kernthema: Stillen

Du denkst wahrscheinlich nur noch an die Geburt und den Moment, an dem du endlich dein eigenes Kind in den Armen halten kannst. Versuche nun, die letzten Tage ruhig und ohne große Anstrengung zu verbringen. Jegliche Erledigungen und organisatorische Tätigkeiten solltest du nun auf die Tage oder Wochen nach der Entbindung verschieben, die meisten Dinge können wirklich bis nach der Geburt warten. Der Fokus sollte jetzt hauptsächlich auf deinen Körper und auf das Baby in deinem Bauch liegen.

Jedes körperliche Anzeichen kann nun ein Vorbote auf die Geburt sein. Auch in der 40. Schwangerschaftswoche (SSW) treten noch typische Schwangerschaftsanzeichen wie Rückenschmerzen und Bauchschmerzen aufgrund des wachsenden Bauchumfangs auf. Ein harter Bauch zusammen mit auftretenden starken Schmerzen können jedoch Wehen sein und somit als ein erstes Anzeichen für die Geburt gedeutet werden.

In der 40. Schwangerschaftswoche (SSW) ist es sinnvoll, dass du bei alltäglichen Dingen Unterstützung von deinem Partner, Familienmitgliedern oder Freunden zu bekommen. Spätestens wenn die Fruchtblase platzt, wäre es gut, wenn du jemanden an deiner Seite hättest, der dich in die Geburtsklinik fährt. Für die meisten Schwangeren ist diese Person der eigene Partner, doch auch jemand anderes kann diese Aufgabe übernehmen. Wichtig ist nur, dass du nicht ganz allein auf dich gestellt bist, wenn dieser Moment eintritt. Möglicherweise kannst du dann auch deine Hebamme kontaktieren, besonders dann, wenn du eine Hausgeburt geplant hast.

Bei manchen Schwangeren findet die Geburt bereits zwei Wochen vor oder sogar bis zu zwei Wochen nach dem errechneten Geburtstermin statt. Beide Fälle liegen im Bereich des Normalen, da die Berechnung des Geburtstermins nur ein ungefähres Datum vorgibt und der genaue Geburtstermin aufgrund der Unwissenheit des exakten Zeitpunktes der Befruchtung nicht auf den Tag genau ermittelt werden kann.

Veränderungen des Körpers ab der 40. SSW

Seit 40 Wochen wächst in deinem Körper ein neues Lebewesen heran, am Anfang war es kaum sichtbar, denn es war nur als kleiner Punkt erkennbar. Inzwischen ist es schon so groß, dass der Platz in deinem Bauch immer enger wird und es förmlich aus deinem Bauch krabbeln möchte. Lange Spaziergänge oder warme Bäder können zum einen entspannend für dich sein und zum anderen die Geburt anregen, weil dadurch der Druck auf den Muttermund verstärkt wird, was wehenfördernd wirkt.

Wenn sich zusätzlich noch der Schleimpfropf vom Ende des Gebärmutterhalses ablöst und eine leichte Blutung hinterlässt, die sogenannte Zeichnungsblutung, dann sind dies oft Anzeichen für die Geburt. Bis die Geburt dann tatsächlich eintritt, kannst du dir mit ruhigen Tätigkeiten die Zeit vertreiben, wie beispielsweise Lesen oder Pläne für die Zukunft mit deinem Baby notieren.

Selbst wenn am Ende der 40. Schwangerschaftswoche (SSW) sich die Geburt noch nicht angekündigt hat, dann ist dies kein Grund zur Sorge. Solange es dem Baby in deinem Bauch und dir selbst gut geht, besteht auch kein Anlass, die Geburt künstlich einzuleiten. Dass ein Ungeborenes länger als 40. Schwangerschaftswochen (SSW) im Bauch bleibt, ist keine Seltenheit und prinzipiell unbedenklich.

Nichtsdestotrotz solltest du dich dann regelmäßig bei deinem Arzt untersuchen lassen, wobei per Ultraschall untersucht wird, ob es dem Kind gut geht und nicht doch eine künstliche Einleitung der Geburt nötig ist. Eine künstliche Einleitung auf Wunsch der Schwangeren sollte ausführlich mit dem ärztlichen Personal besprochen und dann fachlich entschieden werden.

Veränderungen des Babys ab der 40. SSW

In der 40. Schwangerschaftswoche ist dein Baby theoretisch bereit, deinen warmen Bauch nun endlich zu verlassen. Es wiegt im Durchschnitt 3400 g und ist 51 cm lang. Die körperliche Entwicklung ist vollständig abgeschlossen, lediglich die Schädelplatten sind noch nicht verwachsen, da damit der Geburtsvorgang leichter und flexibler gemeistert werden kann. Deshalb kann es durchaus sein, dass dein Baby mit einem leicht verformten Kopf auf die Welt kommt, was sich ein paar Tage oder Wochen nach der Geburt wieder zurückbildet.

Das Wichtigste ist, dass dein Kind gesund das Licht der Welt erblickt, die Wärme seiner Mutter spüren kann und kurz nach der Geburt gestillt wird. Der Augenblick, in dem du dein eigenes Kind in den Armen hältst, ist einzigartig und auch für dich und deinen Partner unvergesslich!

Alles rund um das Thema Stillen ab der 40. SSW

Innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt sollte dein Kind von dir gestillt werden, da dies zum einen die Bindung zwischen dir und deinem Neugeborenen verstärkt und zum anderen das Neugeborene die Muttermilch als erste Nahrung braucht. Grundsätzlich bleibt es später jeder Mutter selbst überlassen, ob und wie lange sie ihr Kind stillt und welche Alternativen sie nutzt, wenn sie sich gegen das Stillen an der Brust entscheidet.

Medizinisch ist es zwar erwiesen, dass Stillen dem Neugeborenen mehr nutzt als schadet. Aber wenn die Mutter zum Beispiel starke Schmerzen beim Stillen hat oder ihre Brustwarzen nach dem Stillen sehr weh tun, dann ist es nicht verwerflich sich für eine Alternative zum Stillen zu entscheiden. Dazu zählt zum Beispiel die Ernährung des Babys mit Flaschenmilch oder das Abpumpen der Muttermilch mittels einer Milchpumpe, welches einige Frauen als gute Alternative zum Stillen empfinden.

Stillen als natürliche Erstnahrung für das (neugeborene) Baby

Wenn allerdings keine gesundheitlichen Gründe wie beispielsweise Schmerzen beim oder nach dem Stillen dagegen sprechen, ist es von Vorteil, wenn du dein Neugeborenes stillst, wie es auch der Berufsverband der Frauenärzte empfiehlt.

Dafür sprechen viele positive Aspekte. Zum einen stillt das Stillen nicht nur den Hunger des Babys – daher kommt übrigens das Sprichwort – sondern es verstärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind, da das Kind durch das regelmäßige Stillen die Wärme und die Zuneigung der Mutter spürt. Zum anderen bist du als stillende Mutter sowohl räumlich als auch zeitlich ungebunden, d.h. du kannst dein Kind zu jeder Zeit und an jedem Ort stillen ohne große Vorbereitungen treffen zu müssen.

Viele Frauen empfinden das Stillen in der Öffentlichkeit allerdings als etwas unangenehm, doch glücklicherweise haben die meisten öffentliche Plätze wie Lokale etc. Rückzugsmöglichkeiten für stillende Frauen. Des Weiteren ist die Muttermilch kostenlos, stets richtig temperiert und dem Nahrungsbedarf des Babys angepasst. Auch der Schlaf des Kindes wird durch das Stillen weniger gestört als bei der Fütterung mit einer Flaschenmilch.

Bei der Herstellung und Lagerung von Flaschenmilch müssen übrigens vor allem in wärmeren Ländern notwendige hygienische Maßnahmen eingehalten werden, die beim Stillen automatisch entfallen. Beim Abpumpen der Muttermilch solltest du dich allerdings von deiner Hebamme beraten lassen, da auch hier bei der Lagerung der Milch einige Aspekte beachtet werden müssen.

Äußere Einflüsse auf das Stillen und die Wirkung des Stillens auf das Baby

Wenn du befürchtest, dass äußere Faktoren wie die Größe oder die Form deiner Brüste oder deine Figur das Stillen negativ beeinflussen könnten, dann kannst du beruhigt sein. Denn weder die Figur der stillenden Frau noch die Größe und die Form der Brüste haben einen Einfluss auf die Stillfähigkeit und den Stillvorgang.

Lediglich die Beschaffenheit des Brustgewebes beeinflusst die Fähigkeit zum Stillen und stark untergewichtige Frauen leiden gelegentlich unter einer zu geringen Milchproduktion. Da jede Frau andere Brüste bzw. ein anderes Brustgewebe hat, solltest du bei Zweifeln und Fragen bezüglich deines Brustgewebes den Gynäkologen deines Vertrauens um Rat fragen. Einige Frauen klagen über erschlafftes Brustgewebe durch das Stillen, wobei dies bei jeder Frau individuell verschieden stark oder schwach vorkommt und mehr ein ästhetisches als ein medizinisches Problem darstellt.

Nikotin, Alkohol und andere gesundheitsschädigende Substanzen werden beim Stillen in verschieden großen Mengen durch die Muttermilch von dem Kind aufgenommen. Aus diesem Grund solltest du nicht nur während deiner Schwangerschaft auf diese giftigen Stoffe verzichten sondern auch während deiner gesamten Stillzeit diese negativen Einflüsse meiden.

Wenn sich die stillende Mutter an den Verzicht von Nikotin, Alkohol und anderen Schadstoffe hält und sich gesund sowie ausgewogen ernährt, profitiert nicht nur sie, sondern auch ihr Kind davon. Denn durch die in der gesunden Muttermilch enthaltenen Nährstoffe wird das Baby durch das Stillen vor Krankheitserregern und späteren Allergien geschützt. Außerdem haben Kinder, die gestillt werden bzw. wurden, im späteren Leben erwiesenermaßen weniger Gewichtsprobleme.

Deshalb erhält jedes Neugeborene mit dem Stillen die Chance auf eine gute Gewichtsentwicklung, von der das Kind auch noch im späteren Leben profitiert.

Das Stillen im Wandel der Zeit

Prinzipiell ist das Stillen ein äußerst natürlicher und naturgegebener Vorgang. Doch in den letzten Jahren und Jahrzehnten unterlag das Stillen verschiedenen Trends. So übernahmen in verschiedenen Kulturkreisen beispielsweise sogenannte Ammen, d.h. Frauen, die ein eigenes Kind geboren haben und noch stillfähig sind, das Stillen von Kindern der Frauen aus sozial höher gestellten Gesellschaftsschichten.

Im Jahre 1975 waren zwar 97% der entbundenen Frauen stillfähig, aber nur 60% dieser Frauen haben in der ersten Lebenswoche der Kinder gestillt. Und wiederum nur ein Drittel dieser anfänglich stillenden Frauen haben dann durchgehend gestillt.

Man spricht hierbei von einer sogenannten Stillmüdigkeit. Diese nahm allerdings ab den 1990er Jahren wieder ab, und man verzeichnet seitdem einen Anstieg der stillenden Mütter, wobei die meisten Mütter vor dem 7. Lebensmonat des Kindes wieder damit aufhören.

Seit 1994 gibt es in Deutschland eine Nationale Stillkommission, angesiedelt beim Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin und bestehend aus Mitgliedern diverser medizinischer und sozialer Bereiche. Sie möchte die Stillkultur in Deutschland mit Empfehlungen und Richtlinien an die Politik, an die betroffenen Berufsgruppen, wie Hebammen und Mediziner, und an die Öffentlichkeit fördern.

Empfehlungen zur Stilldauer

In den ersten sechs Monaten ist für die meisten Säuglinge das ausschließliche Stillen mit Muttermilch die physiologische Ernährung. Der Zeitpunkt einer Zugabe von Beikost, zum Beispiel Baby-Brei, ist individuell abhängig von der Entwicklung und Essfähigkeit des Babys. Prinzipiell sollte Beikost nicht später als zu Beginn des 7. Lebensmonat und nicht vor dem Beginn des 5. Lebensmonats verabreicht werden.

Parallel zur Gabe von Beikost können dann allmählich die Muttermilchmengen und die Stillmahlzeiten in einem individuellen Tempo verringert werden, so dass dann das Abstillen fließend stattfindet. Letztendlich entscheiden Mutter und Kind individuell, wann abgestillt werden soll. Falls ein sechsmonatiges, ausschließliches Stillen für die Mutter nicht möglich sein sollte, so ist dies nicht allzu schlimm, da auch kürzeres Stillen einen Nutzen für Mutter und Kind bringt.

Es sei jedoch empfohlen, das Stillen deshalb nicht von vornherein abzulehnen, sondern es wenigstens so lange wie möglich zu probieren, da das Kind aus gesundheitlicher Sicht davon profitiert.

Das Stillen als persönliche Angelegenheit und Entscheidung

Auch wenn das Stillen die optimale Nahrung für das Baby liefert, nämlich die Muttermilch, und auch weitere Vorzüge für das Stillen sprechen, ist die Entscheidung für oder gegen das Stillen eine sehr persönliche Entscheidung. Wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht stillen kannst, dann wird dir keine/r einen Vorwurf machen.

Alternativen wären dann industriell hergestellte Flaschenmilch oder, wenn möglich, das Abpumpen der eigenen Muttermilch mit einer speziellen Milchpumpe. Das Stillen erfordert trotz aller Vorteile Ruhe, Ausdauer, ein gutes Selbstwertgefühl und die Bereitschaft zu einer zeitlich begrenzten Abhängigkeit sowie ein unterstützendes Umfeld. Für einige Frauen ist dies aus verschiedensten Gründen nicht machbar, weshalb sie sich gegen das Stillen entscheiden.

Dabei ist es wichtig, rechtzeitig mit dem Frauenarzt über die Entscheidung gegen das Stillen zu sprechen, da dann gemeinsam entschieden werden kann, wie man am besten die Milchproduktion unterdrücken kann. Nichtsdestotrotz sollte das Neugeborene ein bis zwei Stunden nach der Geburt an die Brust der Mutter gelegt werden, so dass es die nährstoffreiche Vormilch mit ihren vielen Immunstoffen kosten kann und den Haut-zu-Haut-Kontakt mit der Mutter spürt. Die Gabe der Vormilch hat dabei übrigens keinen Einfluss auf die unterdrückte Milchbildung.

Letztendich sollte jede Frau Vorteile und Nachteile des Stillens und die eigenen Bedürfnisse gegeneinander abwägen und sich dann bewusst für oder gegen das Stillen entscheiden. Eine Beratung mit deinem Gynäkologen, deiner Hebamme oder anderen Müttern kann hierbei hilfreich sein und eventuell auch eine neue Sicht auf die Dinge ermöglichen.

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